Schwerer Unfall: Gauck BMW 740d verletzt Radfahrer auf Mountainbike lebensgefährlich

Der Fahrer von Joachim Gauck, dem Präsidentschaftskandidaten der SPD/Grünen hat Gestern in München einen Radfahrer überfahren. Der 29 jährige Ferhat A. wurde dabei von seinem Mountainbike geholt, flog gegen die Frontscheibe und wurde dann 6 Meter weit geschleudert. Dabei wurde er lebensgefährlich verletzt.

Gauck fuhr mit einem von der SPD gestellten BMW 740d mit 306PS.

So weit so schlecht. Eigentlich nichts neues und fast normal, denn es sind oft die PS-Boliden die nicht nur Radfahrer das Leben oder die Gesundheit kosten. Die

  • SUV-Geländewagen
  • Sportwagen
  • Luxus-Limousinen

sind bekanntlich mit am gefährlichsten.

Dabei fuhr der wohl erfahrene Fahrer des BMW schon offenbar das kleinste Modell der 7er Reihe. Alle andere verfügen über noch größere Motoren, über 400 oder gar 500PS stark.

Wäre die Nachricht nicht an sich schon traurig genug, ist wenige Stunden nach dem Unfall schon allen Medien zu entnehmen wer Schuld war, das Opfer natürlich.

Es scheint weder neutrale Zeugen zu geben noch wurde ganz offensichtlich das Opfer Ferhat A. befragt, selbst sein Zustand ist unklar. Er ist nicht tot, aber wir wissen nichts Näheres, nicht mal ob er im Koma oder wach ist. Das Ausmaß seiner Verletzungen wäre wohl zu schlechte PR und wird daher von der SPD-Pressesprechern verheimlicht.

Nicht nur in Publikationen wie dem Focus wird in den Kommentaren gegen Ferhat A gehetzt sondern gegen Radfahrer an sich.

Selbst bei Radforum.de zerfleischen sich die Mitglieder selber ohne es offenbar zu merken. Der ist ja selbst Schuld so der Tenor. Schließlich ist er ja angeblich mir nichts Dir nichts auf die Straße gefahren.

Diese Version stammt wohl aus dem Munde des Fahrers den nirgends wird eine andere Quelle angegeben. Die Zeugen hörten allenfalls den lauten Knall und holten Hilfe. Wer würde denn da auf ein Gutachten warten oder die andere Seite hören? Wer würde unabhängige Zeugen befragen? Nein, wer ein Präsident sein will der muss schon recht haben und wer ein teures Auto fährt wohl auch. Anders kann ich mir die Vorverurteilung des Opfers nicht erklären.

Oder haben da 90% der Kommentatoren unser demokratisches Rechtssystem nicht verstanden? Sind manche einfach gleicher als andere?

Ganz offenbar soll hier schnell klargestellt werden, dass der Mann der womöglich in Zukunft Präsident wird nichts dafür kann. Statt die Fakten abzuwarten wird schon mal opportunistisch auf das schnellere Pferd gesetzt, bzw. hier die 306 Pferde. Wieder einmal zeigt sich wer der stärkere Verkehrsteilnehmer ist.

Ich machte mal wieder den Fehler mich in so eine Diskussion zu begeben wo Leute mir hanebüchener Maßen vorwerfen ich wäre doch nur neidisch nicht selbst so einen BMW zu fahren. Das sind wohl sind Hobby-Radfahrer die einmal alle Paar Monate das Rad in den Kofferraum des riesigen Geländewagens packen und damit „in die Natur“ fahren. Ein typisches Bild aus der Autowerbung.

Die Tatsache, dass es gar nicht zur Debatte steht ob der Radfahrer, also das Opfer, unschuldig sein könnte macht mir echt Angst.

Das ist die Logik von Guantanamo. Wir sagen wer Schuld ist weil wir die Macht haben.

Ich habe einen Sicherheitsbeauftragten des ADFC kontaktiert um seine Meinung einzuholen. Wenn er sich zurückmeldet werde ich das hier ergänzen. Grundsätzlich sagt aber bereits der gesunde Menschenverstand:

Wenige Stunden nach dem Unfall, ohne Zeugen-Aussagen und ohne das Opfer anzuhören kann nie und nimmer die Schuld oder Unschuld eines der am Unfall Beteiligten festgestellt werden.

Hier spielt wohl Politik die wichtigste Rolle. Leider war das nicht nur ein schwerer Unfall für die unmittelbar Beteiligten sondern wird zu einem Unfall für das demokratische Rechtsverständnis.

Share on FacebookTweet about this on TwitterShare on TumblrPin on PinterestShare on Google+Email this to someone