Rad & Hund: 6 Lösungen für Hundetransport mit oder am Fahrrad

Bild: Hund auf dem Fahrrad. Quelle.

Als Hundebesitzer der gerne Rad fährt habe ich schon alle möglichen Lösungen für Hundetransport in Betracht gezogen.

Alle haben Vor- und Nachteile. 6 Möglichkeiten kamen in die engere Auswahl. Urteilen Sie selbst!


Sind sie sicher?

Die Frage ist vor Allem wie ich meinen Hund sicher mit oder am Fahrrad mitnehmen könnte. Natürlich gibts da die zwei nahe liegenden aber gefährlichen Optionen den

  1. Hund einfach nebenher mitlaufen zu lassen
  2. Hund an der Leine fest halten neben dem Rad

Beide Möglichkeiten sind allerdings nicht wirklich zu empfehlen. Läuft der Hund einfach ohne Leine können einige unerwartete Dinge passieren.

Der Hund kann etwa plötzlich die Richtung ändern, stehen bleiben oder einem anderen Hund hinterherlaufen.

Zu Fuß wäre dies alles kein Problem aber auf dem Rad kann er etwa beim Richtungswechsel oder plötzlichen Stopp unters Fahrrad geraten.

Läuft der Hund einem anderen hinterher und passiert dies auf der Straße ist die Konsequenz potentiell fatal. Selbst auf dem Radweg kann bei all diesen Situationen Verhängnisvolles passieren.


Unfälle passieren auch in der Stadt

Erst kürzlich las ich über einen Unfall in Berlin bei dem der Hund einem anderen folgte. Dieser endete mit einem schwer Verletzten.

Was ich auch schon mal beobachten durfte war ein Sturz eines Radfahrers der seinen Hund an der Leine führte während er in die Pedale trat.

Der Hund hielt ruckartig an und schon lag der Radfahrer auf dem Boden. Das liegt nicht daran, dass der Hund dumm ist. Die Tiere sind einfach nur bedingt für Straßenverkehr geeignet.

Ich persönlich versuchte ebenfalls den Hund bei Rad fahren mir oder ohne Leine mit zu führen.

Beides scheiterte. Ohne Leine blieb er bei jdem Müll stehen und fraß so lange bis ich mühsam umkehrte.

Mit Leine wollte er meist gar nicht weiter laufen und bei beiden Varianten wechselte er häufig die Seite, lief mal links mal rechts neben dem Rad oder davor. Das war riskant.

Mit Leine stieß er bei einem plötzlichen Seitenwechsel gegen das Rad. Es gab nur einen Schreck und einen verbogenen Kotflügel aber seitdem hat er Angst vor dem Rad fahren.

Was gibt es also konkret noch für Möglichkeiten den Hund halbwegs sicher, bequem und praktisch mit dem Rad mit zu nehmen?


Halterung

Es gibt etliche Hundehalterungen für Fahrräder. Manche davon sind jedoch umstritten, bieten sie leider nur geringfügigen Schutz sowohl für Hund als auch für Radfahrer/in.

Kein Wunder bei dem Preis, manche gibt es bereits für um die 10 Euro.

Sie sind besser als gar nichts aber eher nicht für anspruchsvolle Touren oder sehr starke Hunde geeignet.


Springer

Der sog. „Springer“ ist eine stabile Fahrradhalterung mit Feder die allenthalben zum Befestigen von Hunden ans Fahrrad nahe gelegt wird.

Wenn der Hund versucht die Richtung zu wechseln oder sich loszureißen gleicht das die Federung aus.

Der Springer wird einfach am Rahmen festgemacht. Mit 50 bis 60 Euro ist diese Halterung jedoch nicht ganz billig.


Korb

Die klassische Methode Hunde, vor allem Welpen mitzunehmen ist der Fahrradkorb. Ab einem gewissen Gewicht bzw. bei einer bestimmten Größe des Hundes ist das nicht mehr praktikabel.

Unser Hund ist mit ca. 8,5 Kilogramm gerade noch so transportabel im Korb vorne. Das Rad wird damit aber ziemlich schwer zu manövrieren.

Körbe gibt es ja mittlerweile in jedem Supermarkt. Jedoch sollte ein Korb für den Hundetransport schon was aushalten und eine Möglichkeit haben den Hund fest zu machen. Kosten: Ab ca. 20 Euro.

Um einen Korb zu befestigen brauchen sie allerdings zunächst einen sog. Frontgepäckträger. Der sollte stabil sein und einige Kilo aushalten.

Ein Korb an sich kann meines Erachtens nur ganz kleine Hunde sicher transportieren. Das ist eher was für Welpen.


Anhänger

Fahrradanhänger für Hunde sind weniger oft anzutreffen als solche für Kinder. Auch solche durfte ich mir schon in Kreuzberg öfters ansehen in allen Varianten und Formen.

In den Ferien bin ich auch mal mit einem solchen auch ein Paar mal gefahren. Das war sehr bequem und der Hund fand es auch OK.

Im Internet gibt es ebenfalls eine solchen Anhänger für Hunde in Online-Shops zu einem wie ich finde fairen Preis. Leider sind sie gern in der Saison auch mal ausverkauft.

Hundeanhänger [Partner-Link] sind deutlich kleiner als solche für Kinder und daher auch spürbar praktischer. Sie passen eher auf Radweg, in den Hausflur oder Keller.

Mit ca. 100 Euro aufwärts ist ein solcher Anhänger schon durchaus erschwinglich aber doch nicht ganz billig. Marken-Produkte kosten in etwa 250.


Transportrad

Cortina U4 Transportrad mit Gepäckträger vorne

Cortina U4 [Partner-Link] Transportrad

Um einen mittelgroßen Hund in einem Korb vorn am Lenker zu transportieren ist ein stabiles Rad notwendig.

Endlich habe ich eins gefunden! Es ist das Cortina U4 [Partner-Link] und ein sogenanntes Transportrad aus Holland.

Auf dem Rad behalten wir den Hund besser im Auge. Auch will der Hund gern selbst was sehen und hat bei einem guten Transportrad vorne Platz.

Viele Räder können leider nicht nachträglich einen Gepäckträger vorne angebaut bekommen. Sie haben nicht genug Platz oder halten das Gewicht am Lenker nicht aus.

Das U4 ist ähnlich wie ein Rad das früher die Post eingesetzt hat für die Postboten. Jetzt fahren die meisten Ebike – zumindest in Berlin.

Da mein Hund etwa 8 bis 9 Kilogramm wiegt stieß ein normales Fahrrad an die Grenzen. Das Cortina kann bis zu 15kg vorne tragen.

Der vordere Gepäckträger ist mit einer zusätzlichen Strebe befestigt und enorm stabil. Der Hund bleibt vor dem Lenker gut im Blick.

No-Name Transporträder ohne Gänge und nur mit Rücktritt-Bremse gibt es schon ab 300 Euro. Das Marken-Rad Cortina U4 hat beides und kostet ca. 680 Euro.

Wer eine deutsche Marke bevorzugt findet ein sehr ähnliches Modell auch von Gazelle – das Heavy Duty.

Es gibt davon eine Variante für Frauen [Partner-Link] und eine Version für Männer [Partner-Link]. Mit 7 Gängen kostet das Transportrad knapp 780 Euro. Vom Cortina gibts sogar eine Version für Kinder.


Lastenrad

Die bequemste Lösung und geradezu komfortabel für den Hund sind Lastenräder.

Ich habe schon das Yuba Mundo vorgestellt aber dieses ist weniger geeignet für Hunde. Warum nicht?

Die Last fährt beim Mundo hinten mit, also etwa zwei Kinder oder der Einkauf. Der Hund würde einem Korb passen ist allerdings außer Sicht.

Andere Cargobikes haben vorne eine Kiste aus Holz, Metall oder Kunststoff die sich ideal für Hunde eignet:

Babboe Dog-E [Partner-Link] Lastenrad

Das Ebike-Lastenrad von Babboe Dog-E [Partner-Link] ist nicht nur dem Namen nach für für Hunde jeglicher Größe geeignet.

Mit Elektromotor vermag das Dog-E auch den größten Vierbeiner zu befördern ohne gigantische Waden zu benötigen.

Manche Dreiräder können bis zu 6 Kinder tragen. Alternativ passen Getränkekisten hinein. Ein Hund ist dann eine Kleinigkeit.

Lastenräder gibt es leider eigentlich erst ab ca. 500 Euro. Meist sind ide Preise jedoch spürbar höher. 1000 bis 2000 Euro sind oft der Fall.

Noname-Bikes aus China werden auch für weniger auf Ebay gehandelt aber deren Qualität ist leider nicht so richtig nachvollziehbar.

Mit Elektroantrieb kann ein Lastenrad auch gern mehrere Tausend Euro kosten. Das ist allerdings dann auch meist gerechtfertigt.

Das Babboe Dog-E (siehe oben) ist daher mit knapp 2400 sogar noch recht erschwinglich als elektrisches Cargobike.


Was ist denn nun die beste Wahl?

Was ist nun die beste Methode des Hundetransports? Das hängt von vielen Faktoren ab. Wie kräftig sind sie und wie schnell ist der Hund?

Grundsätzlich gilt es zu wählen zwischen Hund bequem mitnehmen und Hund nebenher laufen lassen.

Zweiteres ist weitaus gesünder für den Hund der ja viel Bewegung braucht. Allerdings ist das führen des Hundes am Rad auch mit einem Springer nicht ganz so einfach. Warum?

Plötzlich erreicht das Fahrrad eine ziemlich Breite und kann möglicherweise hängen bleiben oder irgendwo an einer schmalen Stelle nicht mehr durchkommen wo es sonst problemlos klappt.

Ein Korb, Anhänger oder Lastenrad erleichtert die Fahrt und vermindert etwaige Risiken. Der Hund kann aber leider nicht rennen und wird nicht gut ausgelastet.

Wem das alles nicht reicht mag vielleicht stattdessen ein von Hunden gezogenes Rad? Es ist quasi ein Hundeschlitten für den Sommer.