Fahr Rad! Schwerpunkt beim Zitty Magazin

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Grace Elektrorad: Bis zu 65 km/h schnell!

Wer schon mal in Berlin war weiß, dass das Zitty Magazin das Nummer Eins Medium ist um sich in der Stadt zurechtzufinden. Da ist zwar noch Tip für das etwas gediegenere Publikum doch irgendwie ist die Zitty das Zentralorgan waschechter Berliner. So bringt die Zitty in der aktuelle Ausgabe einen Schwerpunkt Fahr Rad! (so wörtlich) zum Thema Fahrräder, Rad fahren und Verkehr in Berlin. der Themenschwerpunkt umfasst insgesamt vier Beiträge:

  1. Eine Bilderserie über exklusive Bikes in Kleinserie
  2. Eine Reportage vom Wettlauf zwischen Auto, ÖPNV (BVG) und Rad
  3. Ein Interview mit dem neuen Fahrradbeauftragten der Stadt
  4. Ein Bericht über Ausflugsziele für Radfahrer im Berliner Umland

Das Titelbild ist schon mal misslungen. Es zeigt einen Schlamm beschmierten Radfahrer in einer Rennfahrer-Jacke mit einer überdosierten Zahl von Logos und Farben. Das wirkt nicht nur arg stereotyp und gekünstelt. Es vermittelt auch das Bild Radfahrer seien eine Art fanatischer Spezis die weder auf ihre äußere Erscheinung wert legen als auch keine normalen Menschen sind.

Ganz anders der Trend in den Blogs: Da werden inzwischen eher normale Menschen, oft adrett gekleidete Damen und Herren, gezeigt die keineswegs wie Sonderlinge erscheinen. Die Message ist klar: Jede/r kann Rad fahren, auch Du und ich. Die Zitty meint uns eher vermitteln zu müssen Rad fahren ist etwas für besondere Menschen mit einer durchaus sonderbaren Lebensart.

Die Bilder aus „Bike Fever!“ verstärken diesen Eindruck. Passionierte Radfahrer sind allesamt Tüftler und wir müssen mindestens 650 Euro ausgeben um ein neues Rad zu erwerben. Naja, da bin ich ganz anderer Meinung und wer sich die Anzeigen drumherum ansieht merkt auch schnell das auch ein in Berlin hergestelltes Rad nur etwas mehr als 200 Euro kosten kann.

Die Räder die erwähnt werden sind natürlich allesamt erwähnenswert, keine Frage:

Manche habe ich schon selbst erwähnt oder als Lesezeichen gespeichert. Trotzdem, auch wenn ums Rad fahren geht bin ich unbedingter Demokrat: Fahrräder für Alle, nicht nur die Reichen und Schönen.

was mir schon eher gefallen hat ist das besagt Wettrennen der drei gängigsten Verkehrsmittel in Berlin. Solche Wettrennen sind auch schon aus anderen Städten bekannt, teils noch spektakulärer weil sogar noch mit Läufer und Hubschrauber als zusätzlicher Konkurrenz.

In Berlin gewinnt jedenfalls das Rad auf allen drei Teststrecken gegen Auto und BVG.

Das hatte ich fast erwartet denn die Stadt ist nun mal ziemlich verstopft und spätestens die parkplatzsuche dürfte jedes Auto zur Schnecke machen.

Für nächste Mal wünsche ich mir, dass auch ganz normale Menschen berücksichtigt werden und vor Allem die typischen Berliner die zumeist keine 650 oder mehr Euro für ein Rad übrig haben. Zumal solch teure Geräte hier gern abhanden kommen.

Warum wird etwa Froschrad aus Kreuzberg wo solide Räder für bereits 200 bis 300 Euro angeboten werden verschwiegen?

Ostrad ist super, ich habe mir dort immer mein Rad reparieren lassen als ich noch in Prenzlauer Berg wohnte aber 800 Euro? Das ist der Preis für die Zugezogenen aus München. Froschrad muss sich jedenfalls mit einer Anzeige begnügen.

Liebe Zitty, stellt Euch mal vor in einem Auto-Schwerpunkt würde nur über teure SUVs, Sportwagen und Mercedes, BMW sowie Audi geschrieben.

Oder ist der normale Berliner gar nicht Eure Zielgruppe, sondern die „Porno-Hippie-Schwaben“ aka Hipster die Ihr immer so vehement verteidigt? Selbst Dailybread wird in „Kreuzkölln“ verortet, ein Begriff der für das gentrifizierte Nord-Neukölln steht.

Berlin ist nicht München. Das ist auch gut so. Schreibt also bitte nicht nur für die Exil-Münchener Klientel. Die fährt sowieso eher besagte Automarken als Fahrrad. Das wird höchstens als Wandschmuck benutzt.

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