Rad kaufen beim Fahrrad Händler um die Ecke oder im Bike Shop online?

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Mifa Cruiser

Derzeit ist eine Blogparade im Gange zum Thema „Fahrrad kaufen„. Die Beteiligten bisher haben schon ausgezeichnete Beiträge verfasst. Ausserdem habe ich bereit letztes Jahr mich etwas ausführlicher über den Fahrrad-Kauf ausgelassen.

Dieses mal will ich eher darüber schreiben was die anderen nicht unbedingt so sehen. Oder darüber was sie weggelassen haben. Ausserdem werde ich Tacheles reden wo ich den gängigen Annahmen nicht zustimme. Vor Allem bei den üblichen Klischees werd ich einhaken:

  • Fahrrad unbedingt beim Händler vor Ort kaufen.
  • Ein gutes Bike muss mindestens 500 Euro kosten.
  • Ein Fahrrad muss eine angesehen Marke sein.

Zudem möchte ich über meine persönlichen Erfahrungen Auskunft geben, egal ob Fahrrad-Händler, ein Kaufhaus (Karstadt), oder einen Versandhandel (Otto) betreffend.

So ist dieser Beitrag natürlich vor Allem meine Meinung und nicht die offizielle Position von KS Cycling. Allerdings bin ich natürlich auch deswegen etwas voreingenommen weil ich für KS schreibe, eine Marke die Fahrräder fast ausschließlich online verkauft, sei es über den eigenen Shop, über Ebay oder Neckermann.

Ich hatte in meinem noch recht kurzem Leben ganze 5 Fahrräder. Ich bin also kein Experte wenn es darum ein Rad zu kaufen. Als Blog-Autor der schon fast Anderthalb Jahre über Räder aller Art schreibt habe ich allerdings schon eine gute Übersicht wie ich finde.

Mein allererstes richtiges Fahrrad kaufte ich mit meinem Vater als Kind bzw. Jugendlicher bei einem klassischen Fahrrad-Händler um die Ecke. Ich weiß noch, dass es damals ziemlich teuer für unsere Verhältnisse war. Es war ein Kalkhoff. Ich kannte die Marke zwar nicht aber sie wurde mir vom Händler so empfohlen.

Das Rad allerdings machte mich zum Gespött der anderen Kinder

die alle ein cooles Mountainbike oder Rennrad hatten während ich nur ein, ja was denn eigentlich, vielleicht Cityrad fuhr. Nichts gegen Cityräder aber damit kann man nicht vor Freunden und Mädchen in der Pubertät punkten.

Ich habe keine Ahnung wie ich zu dem Rad kam. Offenbar war der Händler bestrebt mit ein teures Marken-Rad zu verkaufen statt mich zu „beraten“. Aber gerade diese Beratung wird als besonderer Vorteil von Händlern angegeben. Vor Allem in Foren tummeln sich viele Händler die potentiellen Fahrrad-Käufern suggerieren zum Händler zu gehen und sich beraten zu lassen.

Was diese Händler auch gern schreiben und was Journalisten ebenso übernehmen ist die „Ein Fahrrad muss 500 Euro kosten um gut zu sein“ Leier.

Die Wahrheit ist: 95% aller Menschen die ein Rad fahren sind keine Sportler. Egal ob Mountainbike, Rennrad oder Cruiser. Die meisten Räder werden im Alltag gefahren, zur Schule, Uni, Arbeit, zum Einkaufen vielleicht.

Kein Mensch braucht 21 Gänge und ein Rad für 1000 Euro das nicht mal angeschlossen sicher ist für den Weg zum Supermarkt. Ausser vielleicht ein Lastenfahrrad.

Teure Räder sind Luxus. Das ist OK. Leuten die ein Rad für den Alltag brauchen eine teure Maschine für Spitzensportler anzudrehen ist allerdings hanebüchen.

So wie sie keinen Geländewagen oder Porsche in der Stadt brauchen, brauchen Sie auch kein Mountainbike für die Zugspitze noch ein Rennrad für die Tour de France zum tägliche Pendeln oder den kleinen Ausflug am Wochenende.

Genau das ist aber der Tenor. Händler und Foren-Mitglieder, oft in Personalunion, sind sich da einig.

Nach dem Cityrad-Debakel hatte ich dann als Jugendlicher ein Mountainbike, oder eigentlich zwei, das erste wurde mir recht schnell geklaut. Das zweite fährt heute immer noch und dürfte bald 20 Jahre als sein. Es ist ein Condor den mir mein Vater bei Hertie kaufte.

Übrigens war mein Kalkhoff Rad sehr schnell hin. Ich konnte einmal nicht rechtzeitig bremsen und fuhr gegen eine 30cm hohe Mauer die eine Hecke abgrenzte. Daraufhin war die Vordergabel soweit nach hinten verbogen, dass ich beim in die Pedale treten mit meinen Füssen gegen das Vorderrad stieß.

Ich bin kein Fetischist der sein Bike an die Wand hängt.

Ich behandle meine Räder nicht wirklich gut. Sie stehen auch im Winter draussen, ich pflege sie nicht permanent und sie müssen einiges aushalten. Das Mountainbike tat es. Irgendwann hatte ich aber genug von MTB, ich war eh kaum im Gelände unterwegs.

Mein nächstes Rad wurde ein Fitnessbike. Ich wusste damals gar nicht, dass es ein Fitnessbike war, die Bezeichnung wurde mir erst später bewusst. ich kaufte es bei Karstadt. Die Marke klang etwas albern „Alex“ aber das Fahrrad war super. Es lief wie geschmiert und hat die bezeichnung Speedbike wie Fitnessräder auch genant werden durchaus verdient.

Ein Paar Jahre später wollte ich ein wenig langsamer werden. Das Speedbike verleitet einen dazu wirklich schnell zu fahren. Ich wollte keinen Stress mehr. Ausserdem war es mir inzwischen zu glatt. Ich wollte etwas mit etwa mehr Stil: Ein Beachcruiser musste her. Die geschwungenen Linien, die sichtbare Geschichte der Technik die in einem solche Rad steckt, das Flair. Dann merkte ich allerdings, dass Cruiser-Bikes ganz schön teuer sind. 300 Euro und mehr für Räder die nicht mal eine Gangschaltung, Bremse oder Schutzbleche haben.

Zum Glück fand sich dann noch ein ganz gutes Cruiser-Fahrrad mit 7 Gängen, zwei Bremsen und Schutzblechen bei Otto. Es war ein Mifa. Das gibt es leider nicht mehr zu kaufen. Ich sollte mal einen ausführlichen Test darüber schreiben.

Auch Mifa gilt nicht als besonders gute (sprich teure) Marke. Schon beim Alex musste ich mir bei Fahrrad-Händlern anhören wie scheiße mein Rad ist wenn ich mal einen Schlauch wechseln wollte.

Ich fahre das Mifa schon seit 5 Jahren und bis auf die Rost-Probleme einzelner Teile bin ich ziemlich zufrieden. Auf jeden Fall ist es besser einen Cruiser mit Gangschaltung als einen ohne, der sich wirklich nur für den Strand oder eher die Strandpromenade eignet.

Allein der Brooks-Sattel auf dem Mifa Cruiser ist übrigens 90 Euro wert. Das hätten sie vielleicht eher in rostfreie Kleinteile stecken können. Brooks mag zum Cruiser-Image gehören aber ich habe den Sattel nie besonders gemocht und dieses Jahr schließlich ausgetauscht.

Lange Rede, kurzer Sinn:

  1. Es muss nicht der Fahrrad-Händler sein.
  2. Es geht nicht darum wie teuer ein Rad ist und
  3. es muss auch keine Marke ist hundertjähriger Geschichte sein.

Es geht vor Allem um die eigenen Bedürfnisse.

Es geht um den Fahrrad-Typ. Es geht darum, das sich ein Rad im Alltag bewährt und lange hält. Bei mir haben die eher „zweitklassigen“ Marken wie Condor (gibt es nicht mehr), Alex oder Mifa aus dem Kaufhaus oder Versandhaus bewährt.

Die vom Händler empfohlene „gute“ Marke war ein Reinfall. Nicht mal der Fahrrad-Typ war der richtige für mich. Von wegen Beratung.

Aber ich will natürlich nicht alle Händler über einen Kamm scheren. Ich habe selber bereits hier im Blog welche empfohlen, etwa Froschrad in Berlin Kreuzberg zuletzt. Diejenigen die selber Fahrräder bauen und zusammenstellen und wirklich Fachleute sind, OK. Aber solche die reine Zwischenhändler sind und nur 50% auf den Preis eines Marken-Rads made in China aufschlagen, nein Danke.

Nicht alle haben überhaupt einen Händler um die Ecke. Für viele auf dem Land ist ein Bike Shop online bzw. Versandhändler die einzige Wahl.

KS Cycling verkauft derzeit über den eigenen Shop, über Ebay und Neckermann, vielleicht in Zukunft auch vor Ort. Wer weiß. Wer Ebay und Neckermann mehr vertraut kauft dort. Schließlich gibt es bei Ebay Bewertungen und die von KS sind zu fast 100% positiv und Neckermann genießt auch einen Vertrauensvorschuss. Das kostet allerdings Aufpreis.

KS Cycling ist jedenfalls nicht wie in Foren üblich mit Discounter, Baumarkt und Noname Bikes zu verwechseln. KS Cycling ist eine junge aber bereits anerkannte Marke, nicht in Foren wo sich die Konkurrenten und Leistungssportler tummeln aber bei den Kunden die ganz normal Rad fahren.

Für 500 Euro kann bei uns im Shop eine ganze Familie mit Fahrrädern versorgt werden.

Es ist OK sich ein Rad für 500, 1000 oder mehr Euro zu kaufen und damit Sport zu betreiben wie ein Profi.

Es gibt allerdings keinen Grund 95% der Bevölkerung ein schlechtes Gefühl zu vermitteln wenn sie sich ein normales Fahrrad kaufen und damit nur im Alltag fahren.

Kein Mensch würde auf die Idee kommen jemanden auszulachen weil er nur einen VW Golf fährt und nicht einen Porsche. Warum lassen wir uns das bei Rädern also gefallen bzw. einreden wir machen etwas falsch?

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