Fahrrad-Zeitschriften mit hohem Anspruch: fahrstil, Karl, Cycle

fahrstil

Wenn ich an Fahrrad-Zeitschriften denke dann sehe ich ein Regal am Bahnhofskiosk mit Magazinen die sehr stark kommerziell ausgerichtet sind und vor Allem auf Sport und Technik setzen.

Da kann ich oft weder mitreden noch überhaupt verstehen worum es da geht. Es gibt vor Allem

  1. Rennrad
  2. MTB
  3. BMX

Magazine die nicht nur am ehesten auf dem Bahnhof zu kaufen sind, sondern wo ich auch nur Bahnhof verstehe.

Obzwar mir BMX am wenigsten nahe liegt, kann ich diese Zeitschriften noch ehesten ansehen, lesen oder gar verstehen. Trotzdem, das sind Hefte von Profis für Profis.

Selbst als Bike-Blog Autor habe ich viel zu wenig Ahnung um zu wissen worum es in den meisten Fahrrad-Zeitschriften geht.

Diese sind meist grafisch völlig überfrachtet und mit Werbung zugekleistert was mich zusätzlich abschreckt. Daher lese ich selbst als Fahrrad-Blogger keine davon.

 

Die Rettung ist nah

Nun gibt es allerdings inzwischen mehrere hochwertige Magazine bzw. Zeitschriften für Rad-Interessierte die eher auf Stil setzen. Es sind vor Allem folgende drei:

  1. fahrstil
  2. Karl
  3. Cycle

Diese drei erinnern mich allesamt auf ihre eigene Art an das mir bisher beste bekannte Magazin: The Ride aus den USA. Warum im Einzelnen?

 

fahrstil

fahrstil hat mich völlig umgehauen! Das ist ein High-End Magazin zu einem Preis den ich mir zunächst nicht leisten konnte. Immerhin kostete es zunächst 15 Euro.

Inzwischen ist fahrstil deutlich günstiger geworden (unter 10 Euro) und bietet online sogar einige Hefte für 5 Euro an. Zugreifen!

Es ist beinahe so dick wie ein Buch und beschäftigt sich im weitesten Sinne mit Kultur und Rad fahren. Kein Vergleich mit den kreischenden Farben der Bahnhofs-Illustrierten.

Rad fahren wird bei Fahrstil nicht als Sport für eine kleine Minderheit begriffen sondern als eine Lebenshaltung die über den Verkehr hinausgeht.

Das war jedenfalls mein oberflächlicher Eindruck beim persönlichen Gespräch und anhand der Lektüre des dazugehörigen Blogs. Fahrstil hatte von Anfang an eine Auflage von 3000 Exemplaren.

Das lässt auf mehr hoffen. Wenn sie 30000 beträgt sieht Deutschland vermutlich schon anders aus. Übrigens: fahrstil hat schon 24 Ausgaben herausgebracht! Glückwunsch!

 

Karl

Das Cover der zweiten Ausgabe vom Karl Magazin - Schlagzeile: Die Stadt gehört uns

Wow. Karl ist genau die Zeitschrift die ich mir immer gewünscht hatte. Das erste Heft ist mir sofort aufgefallen, denn das Schaufenster war an einem S-Bahn Kiosk komplett damit gepflastert.

Leider war ich sehr in Eile und konnte es nicht sofort kaufen. Später vergaß ich es. Das zweite Heft liegt allerdings vor mir. Es ist ein Traum. Es richtet sich an normale Leute!

Karl ist nicht Teil einer Subkultur oder nur für Experten verfasst die Radrennen fahren. Ganz im Gegenteil: Wir finden

  • Beispiele von
  • Hinweise für
  • Berichte über

Fahrrad-Kultur für jede/n. Ob Frau, Mann oder Kind für alles ist etwas dabei. Sogar der Hund wird m Lastenrad untergebracht.

Im Heft Nummer 2 gibt es etwa ein Cargo-Bike Special. Es wurden Cafés und ähnliche Projekte aus Deutschland vorgestellt die über Werkstätten und Läden hinausgehen.

Auch eine Reisebericht aus New York ist dabei – einer Metropole die in den letzten Jahren zunehmend fahrradfreundlicher wird. Das ist nicht nur Reisende interessant.

 

Cycle

Cycle Magazin Heft 3, 2018 - Die coolsten E-Bikes

Das Cycle Magazin wird angeführt von einem ehemaligen Blogger-Kollegen der als Chef-Redakteur ganze Arbeit leistet.

Ich durfte Wolfgang Scherreiks in der Anfangszeit seines Blogs persönlich kennenlernen. Leider sind wir aufgrund eines Missverständnisse später getrennte Wege gegangen.

Nichtsdestotrotz habe ich am Rande die Entwicklung des Cycle Magazine verfolgt und war positiv beeindruckt. Es schafft nämlich den Spagat zwischen Kaufberatung und Lebensstil.

Wo andere Magazine zum verlängerten Prospekt verkommen schafft es Cycle objektive Tests  umzusetzen und trotzdem nicht nur als Katalog zu fungieren.

Wer sich stilvoll anziehen will oder ein Fahrrad mit Tradition erwerben nebst Accessoires die nicht nach Radsport aussehen ist bei Cycle goldrichtig.

Ergänzt wird das Ganze durch Berichte aus dem Leben wie es sich auf zwei Rädern mit Pedalantrieb darbietet. Sehr gelungen und inzwischen seit 3 Jahren auf dem Markt!

Das beste zum Schluss: Cycle ist mit unter 7 Euro Kaufpreis auch noch relativ bezahlbar. Das ist einmal im Monat schon drin finde ich.

 

Fazit

Diese drei Zeitschriften vereint der hohe Anspruch, sowohl von der Gestaltung als auch von der Auswahl der Themen an sich, Bilder und Texte.

Es geht nicht mehr darum nur die eigene kleine Subkultur oder Zielgruppe anzusprechen.

Diese Hefte können auch die begeistern die noch nicht soweit sind aber nach der Lektüre vielleicht da hin wollen, am besten mit Muskelkraft aber nicht zu Fuß. Sie werden eher die Waden nutzen.

Mir ist egal was ein Rad die Leute fahren, Hauptsache es wird damit niemand bei Tempo 50+ überfahren und die Umwelt verpestet.